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ROSE+ROBERT. LIEBE IN ZEITEN DER KRIEGE

Graphic novel · Schiler & Mücke · 2025

Rose + Robert. Liebe in Zeiten der Kriege ist eine Graphic Novel nach einer wahren Geschichte über eine Liebe, die durch staatliche Gewalt unterbrochen wurde.

Die Handlung spielt zwischen der DDR und Westdeutschland in den 1970er-Jahren und erzählt von Rose, deren Briefwechsel von der Stasi überwacht wird.

Daraus entstehen konstruierte Anschuldigungen und schließlich ihre Inhaftierung, unter anderem im Frauengefängnis Hoheneck.

 

Das Projekt verbindet Archivrecherche mit der Ich-Perspektive einer Illustratorin im Exil und reflektiert politische Repression, Erinnerung und Liebe unter Druck in historischen wie gegenwärtigen Zusammenhängen.

ÜBER DAS BUCH

Rose + Robert (R+R) ist eine Graphic Novel, die auf einer wahren historischen Geschichte basiert.

Im emotionalen Zentrum steht eine Liebe, die durch staatliche Gewalt unterbrochen wird. Rose, eine junge Frau aus der DDR, und Robert aus Westdeutschland begegnen sich in den 1970er-Jahren zufällig am Balaton. Nach ihrer Rückkehr auf die jeweils andere Seite der Grenze führen sie ihre Beziehung in Briefen weiter bis Überwachung, Verdacht und konstruierte Anschuldigungen zu Roses Verhaftung und Inhaftierung führen, unter anderem im berüchtigten Frauengefängnis Hoheneck.

 

Ich kam als Illustratorin und visuelle Autorin zu dem Projekt und fühlte sofort eine tiefe Verbindung zu dieser Geschichte. Zu diesem Zeitpunkt war ich bereits erschöpft von der ständigen Arbeit mit Erzählungen über Repression und politische Gewalt und spürte ein wachsendes Bedürfnis, eine Geschichte über Liebe zu erzählen. Doch die Politik erwies sich als unausweichlich. Durch die Archivrecherche und persönliche Zeugnisse wurde das Projekt zu dem, was es schließlich ist: eine politische Liebesgeschichte: intim, fragil und zutiefst menschlich.

 

Das Buch entfaltet sich in zwei miteinander verwobenen Erzählebenen. Die eine rekonstruiert Roses historische Biografie auf der Grundlage von Archivmaterialien und der Lebensgeschichte, die in der Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße in Erfurt präsentiert wird.

 

Die andere folgt einer Ich-Erzählerin – einer Illustratorin im Exil, deren Recherche zu einer Reflexion über Entwurzelung, Erinnerung und die Schwierigkeit des Zugehörens nach erzwungener Migration wird. Diese beiden Ebenen erlauben es der Geschichte, offen, fragmentarisch und ehrlich gegenüber dem Ungewissen zu bleiben.

 

Eine zentrale erzählerische Entscheidung bestand darin, Robert als fiktive, zusammengesetzte Figur einzuführen. Er dient nicht als faktischer Zeuge, sondern als erzählerisches Mittel als Figur, durch die Ambivalenz, Schuld, Verantwortung und die Unzuverlässigkeit von Erinnerung untersucht werden können. Im Gegensatz dazu bilden Roses eigene Tagebücher die verlässlichste Stimme im Buch und wurden zu einer entscheidenden Grundlage für meine visuelle Interpretation.

 

Visuell ist das Projekt als geschlossenes System angelegt. Helle, theatralische Szenen am Balaton weichen allmählich strengen Schwarz-Weiß-Sequenzen im Gefängnis. Dadurch spiegelt sich der emotionale und moralische Bruch der Geschichte auch in der Bildsprache. Die visuelle Sprache verbindet Editorial Illustration, dokumentarisches Erzählen und persönliche Zeichenpraxis und hält dabei ein Gleichgewicht zwischen Metapher und Zurückhaltung.

 

Obwohl R+R in der deutschen Geschichte verwurzelt ist, verweist das Buch unweigerlich auf die Gegenwart. Repression, Inhaftierung und das Verstummenlassen abweichender Stimmen dauern bis heute an, besonders in Russland und Belarus. Das Buch macht diese Kontinuität ausdrücklich sichtbar, unter anderem durch eine Seite, die heutigen politischen Gefangenen gewidmet ist, sowie durch einen Verweis auf den Gefangenenaustausch zwischen Russland und westlichen Ländern im Jahr 2024.

 

Im Kern ist R+R nicht nur eine Geschichte über die Vergangenheit.

Es ist ein Buch über Liebe unter Druck, ethische Verantwortung und die fragile Beharrlichkeit menschlicher Würde: über Grenzen, Systeme und Generationen hinweg.

ANGABEN

Rose + Robert. Liebe in Zeiten der Kriege

Graphic novel

Idee & illustration: Lilya Matveeva
Text: Jochen Voit

Verlag: Schiler & Mücke
Year: 2025

 

Basierend auf Archivmaterialien und der Lebensgeschichte, die in der Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße in Erfurt präsentiert wird.